Gelungene Weltmeisterschaft in Antalya – Anne Schäfer berichtet als Teammitglied der Deutschen Nationalmannschaft

8. April 2023

Anfang Februar bekam ich (Anne Schäfer) die Nachricht, für die Ü30-Nationalmannschaft nominiert zu sein, die Deutschland bei der Tennis-Weltmeisterschaft 2023 in Antalya vertritt. Ich freute mich natürlich sehr zum ersten Mal für mein Heimatland in einem Teamwettbewerb antreten zu dürfen!

Meine Trainingsvorbereitung brauchte keine Modifikationen, da ich einen sehr guten Winteraufbau absolviert hatte und spielerisch und athletisch bereit für internationales Tennis war. Ich machte mich also sogleich und voller Vorfreude an die Reiseplanung, um von meinem Trainingsort in Italien ins türkische Antalya zu kommen.

Mitte Februar dann jedoch ein Moment des Schocks. Nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien hielt die ganze Welt den Atem an. Die Folgen der Katastrophe waren unabsehbar. Und ob die WM in Antalya überhaupt stattfinden könnte war völlig unklar. Nach kurzer Zeit entschieden die Veranstalter jedoch: Das Großevent sollte stattfinden.

Und so setzte ich mich zusammen mit meiner fünfjährigen Tochter Valentina zwei Tage vor Turnierstart in den Flieger nach Antalya, wo ich dann auch meine Mannschaftskameradinnen Ellen Linsenbolz, Lisa Rauch und Frederike Arkenau antraf. Wir kannten einander von Jugendturnieren, hatten uns dann jedoch aus den Augen verloren. Die Wiedersehensfreude war daher umso größer. Nachdem wir uns alle gegenseitig im Schnelldurchlauf über die vergangenen 15 Jahre auf den neuesten Stand gebracht und Valentina und die kleine Tochter von Lisa auf Anhieb Freundschaft geschlossen hatten, gingen wir zum ersten gemeinsamen Mannschaftstraining über. Es fühlte sich toll an im offiziellen DTB-Anzug zu spielen und schnell war klar, dass wir ein super Team haben, das neben und auf dem Platz harmonierte.

Am Abend vor Turnierstart wurde die WM feierlich eröffnet und die 164(!) Teams (in den Kategorien Ü30 bis Ü50) aus aller Welt wurden vorgestellt. Es beeindruckte mich sehr, dass Spieler:innen aus der ganzen Welt angereist sind und bestätigte den hohen Stellenwert des Events. Aber noch schöner fand ich die Tatsache, dass es auf der ganzen Welt so viele leidenschaftliche Tennisspieler:innen gibt, die neben ihrem Beruf, ihrer Familie, ihrem Alltag die Zeit und die Lust finden Tennis als Leistungssport zu betreiben. Diese Passion für den Sport wurde auch im weiteren Turnierverlauf deutlich – auch wenn in den Gruppenspielen ohne Schiedsrichter:innen gespielt wurde, liefen alle Matches super fair ab und die Teams zeigten größten Respekt voreinander.

So auch unser erstes Gruppenspiel, in welchem wir gegen die Schwedinnen antraten. Der Spielmodus bestand aus zwei Einzelmatches und einem Doppelmatch. Welches Team die meisten Matchpunkte errang, gewann den Spieltag. Als erstes startete Ellen mit dem Einzel, welches sie mit ihrer sehr soliden Spielweise deutlich für sich entschied und somit auch den ersten Matchpunkt für Team Germany errang. Anschließend schlug ich gegen Schwedens Nummer 1 auf. Und auch hier konnten wir die an Indoor-Plätze gewohnten Schwedinnen mit Sandplatztennis quälen und nochmals für Team Germany punkten. Der Sieg gegen Schweden war uns also sicher. Doch in der Gruppenphase könnte jeder einzelne Matchpunkt wichtig werden. Insofern ließen Lisa und Frederike in ihrem Doppelmatch nichts anbrennen und gaben alles für einen weiteren Matchpunkt. Mit Erfolg. Am Ende des ersten Spieltages der WM konnten wir einen 3:0-Sieg gegen Schweden verbuchen.

Doch zum Ausruhen blieb nicht viel Zeit, denn schon am nächsten Morgen mussten wir gegen die Mädels aus den USA ran. Doch anstelle von Sonnenstrahlen wurden wir am zweiten Spieltag der WM von Windstürmen überrascht. Wahrscheinlich hat jede:r Tennisspieler:in Respekt vor dem Wind und so gingen auch wir hochkonzentriert in die Matches. Dieses Mal spielten Lisa und ich Einzel und es gelang uns gut, den Wind zu unseren Gunsten zu nutzen. Auch Ellen und Frederike überzeugten im Doppelmatch gegen die erfahrenen Texanerinnen. Mit ihrem Sieg machten sie es dingfest: Team Germany hat sich uneinholbar an die Gruppenspitze gearbeitet und sich fürs Halbfinale qualifiziert! Eine Teilnahme an der Sieger:innenehrung war uns damit schonmal sicher. Doch wir wollten mehr!

Nach einem spielfreien Tag, den wir zum Trainieren und Kräftetanken nutzten, hieß es Halbfinale: Deutschland gegen Südafrika. Der im Damentennis eher ungewöhnlichen Spielweise der Südafrikanerinnen (viel Serve and Volley, Slice und Netzspiel) setzten Lisa und ich in den Einzeln nahezu fehlerloses und langes Grundlinienspiel entgegen, womit wir die Oberhand behielten und uns schon nach den Einzeln das Finalticket sicherten. Ellen und Frederike machten mit dem gewonnenen Doppel den 3:0-Sieg perfekt.

Am Finaltag war die Nervosität unter uns Spielerinnen höher als sonst – wir wollten die WM-Schale unbedingt holen! Unsere Unterstützung von außen war wie eh und je super! Selbst die Kleinsten unseres Teams verstanden die Situation und feuerten die Spielerinnen auf dem Platz an. Was den Teamgeist betraf, waren wir unschlagbar ? Das wollten wir jetzt auch auf dem Platz zeigen. Ellens Einzel bot den perfekten Auftakt. Souverän und ohne jeden Zweifel brachte sie Team Germany den ersten Matchpunkt im WM-Finale. Ich startete ebenfalls sehr gut ins zweite Einzelduell des Tages und zeigte pünktlich zum Finale meine beste Leistung des Turniers. Die Argentinierin versuchte viel, fand aber kein Mittel. Nachdem ihr Passierschlag auf meinen Netzangriff im Aus landete, war der Sieg über die Argentinierinnen und somit auch der Weltmeistertitel perfekt. Wir fielen uns auf dem Platz in die Arme und feierten den Titel. Was für ein Moment! Passend zum fairen Geist der gesamten WM-Woche jubelten wir mit den Argentinierinnen zusammen und tauschten Teamshirts aus.

Krönung dieser erfolgreichen Woche war natürlich die abschließende Sieger:innenehrung aller frisch gebackenen Weltmeister:innen und Platzierten – sowie ein eher nicht so weltmeisterlicher Mannschaftssprung in den Pool.

Wir gratulieren zu eurem sensationellen Weltmeistertitel und freuen uns schon sehr, Dich bald in Sindelfingen wieder begrüßen zu dürfen.

There are only two options regarding commitment. You’re either IN or you’re OUT. There is no such thing as life in-between.

News

Hier finden Sie alle Neuigkeiten rund um die Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer der Merkert Tennisakademie.